Die Energieeffizienz von Infrarotheizungen wird oft falsch eingeschätzt. Der Wirkungsgrad liegt bei nahezu 100 Prozent, denn eine Infrarotheizung wandelt den aufgenommenen Strom praktisch vollständig in Wärme um. Ob sie sparsam heizt, entscheidet sich an anderer Stelle: am Gebäude, an der Regelung und an der Art, wie Sie den Raum nutzen.
Dieser Ratgeber zur Energieeffizienz von Infrarotheizungen erklärt den Unterschied zwischen Wirkungsgrad und Energieeffizienz, vergleicht die Infrarotheizung mit Konvektor, Heizlüfter und Wärmepumpe und zeigt, wie Sie den Verbrauch selbst berechnen.
Infrarotheizung: Wirkungsgrad in Zahlen
Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der zugeführten Energie als nutzbare Energie ankommt. Bei einer elektrischen Direktheizung ist die Rechnung einfach: Aus einer Kilowattstunde Strom wird in der Regel eine Kilowattstunde Wärme. Es gibt keinen Schornstein, keine Abgase und keine Verluste in Rohrleitungen, weil die Wärme im Raum selbst entsteht.

Das gilt allerdings für jede elektrische Direktheizung. Auch ein Konvektor oder ein Heizlüfter macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Der Wirkungsgrad allein erklärt also nicht, warum sich eine Infrarotheizung anders anfühlt. Der Unterschied liegt in der Art der Wärmeabgabe.
Strahlungswärme statt Warmluft
Eine Infrarotheizung gibt einen großen Teil ihrer Wärme als Strahlung ab. Die Strahlung erwärmt Wände, Boden, Möbel und Personen, die ihrerseits Wärme an den Raum abgeben. Ein Konvektor erwärmt vor allem die Luft. Sie steigt nach oben und sammelt sich unter der Decke. Wie hoch der Strahlungsanteil ausfällt, hängt von Bauart, Oberflächentemperatur und Montage ab.
Viele Menschen empfinden Strahlungswärme schon bei etwas niedrigerer Lufttemperatur als angenehm. Der ADAC nennt in seinem Überblick zur Infrarotheizung zwei bis drei Grad. Ob das bei Ihnen zutrifft, zeigt erst der Alltag. Rechnen Sie bei der Planung nicht fest mit dieser Einsparung.
Wirkungsgrad und Energieeffizienz sind nicht dasselbe
Der Wirkungsgrad betrachtet nur das Heizgerät. Die Energieeffizienz von Infrarotheizungen betrachtet das Ergebnis: Wie viel Strom brauchen Sie, um einen Raum über die Heizperiode warm zu halten? In diese Rechnung gehen Dämmung, Raumgröße, Wunschtemperatur, Nutzungszeiten und Regelung ein.
Deshalb kann dasselbe Heizgerät in einem gut gedämmten Arbeitszimmer sparsam laufen und in einem zugigen Altbauflur viel Strom verbrauchen. Der Wirkungsgrad ist in beiden Fällen derselbe. Wer wissen möchte, wie effizient Infrarotheizungen im eigenen Zuhause arbeiten, muss also den Raum betrachten und nicht allein das Typenschild.
Was bedeutet die Angabe im Produktdatenblatt?
Für elektrische Einzelraumheizgeräte gelten in der EU Ökodesign-Anforderungen, seit dem 1. Juli 2025 nach der Verordnung (EU) 2024/1103. Im Produktdatenblatt finden Sie deshalb den Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad. Dieser Wert ist kein Wirkungsgrad im physikalischen Sinn. Er berücksichtigt unter anderem den Energieaufwand für die Stromerzeugung und die Art der Regelung. Bei elektrischen Direktheizungen liegt er deshalb deutlich unter 100 Prozent. Ein niedriger Wert bedeutet nicht, dass am Heizgerät Wärme verloren geht.
Infrarotheizung im Vergleich mit anderen Heizungen
Die Energieeffizienz von Infrarotheizungen lässt sich am besten einordnen, wenn man sie neben andere strombetriebene Heizungen stellt.
| Heizung | Aus 1 kWh Strom wird | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Infrarotheizung | etwa 1 kWh Wärme, zu einem großen Teil als Strahlung | Einzelne Räume, Zusatzheizung, gut gedämmte Gebäude |
| Konvektor, Heizlüfter | etwa 1 kWh Wärme, überwiegend als Warmluft | Kurzzeitiges Aufheizen |
| Wärmepumpe | rund 3 kWh Wärme, abhängig von Gebäude und Anlage | Zentrale Heizung für das ganze Haus |
Eine Wärmepumpe nutzt zusätzlich Umweltwärme und liefert deshalb aus derselben Strommenge rund die dreifache Wärmemenge. Im laufenden Verbrauch ist sie jeder Direktheizung überlegen. Dafür sind Anschaffung, Einbau und Wartung deutlich aufwendiger.
Eine Infrarotheizung braucht weder Heizraum noch Rohrleitungen. Sie wird an Wand oder Decke montiert und angeschlossen. Ihre Stärke liegt dort, wo wenig Wärme gebraucht oder nur zeitweise geheizt wird.
Der Vergleich mit einer Gasheizung führt über den Wirkungsgrad nicht weiter, weil Gas und Strom je Kilowattstunde unterschiedlich viel kosten. Vergleichen Sie hier die Kosten pro Jahr einschließlich Anschaffung und Wartung.
Wann ist eine Infrarotheizung effizient?
Die Energieeffizienz von Infrarotheizungen hängt stark vom Einsatzort ab. Je weniger Wärme ein Raum braucht und je kürzer er genutzt wird, desto besser passt eine Direktheizung. Vier typische Fälle:
- Gut gedämmte Gebäude: Neubau, Passivhaus oder sanierter Altbau mit geringem Wärmebedarf.
- Räume mit kurzer Nutzung: Bad, Gästezimmer, Hobbyraum oder Arbeitszimmer.
- Zusatzheizung: In der Übergangszeit oder für einen einzelnen Raum, während die Zentralheizung aus bleibt.
- Räume ohne Heizkörper: Anbau, ausgebauter Dachboden oder Wintergarten, soweit das Heizgerät dafür zugelassen ist.
Weniger geeignet ist sie als alleinige Heizung in einem schlecht gedämmten Haus. Dort summiert sich der Stromverbrauch über den Winter, und eine zentrale Lösung ist im Betrieb günstiger.
Vier Faktoren bestimmen den Verbrauch
Für die Energieeffizienz von Infrarotheizungen zählen im Alltag vier Dinge. Auf alle vier haben Sie Einfluss.

- Dämmung: Sie hat den größten Einfluss. Was durch Wände, Fenster und Dach entweicht, muss die Heizung nachliefern.
- Raumgröße und Heizleistung: Ein zu kleines Heizgerät läuft im Dauerbetrieb und erreicht die Wunschtemperatur trotzdem nicht. Als Ausgangspunkt gelten etwa 100 Watt pro Quadratmeter in einem gedämmten Raum mit 2,4 m Deckenhöhe. Ältere Gebäude, große Glasflächen und höhere Decken können mehr Leistung erfordern.
- Regelung: Ein Thermostat schaltet die Heizung ab, sobald die Temperatur erreicht ist. Mit Wochenprogramm heizt sie nur dann, wenn der Raum genutzt wird. Welche Bauart passt, zeigt unser Ratgeber zum Thermostat für Infrarotheizungen.
- Lüften und Platzierung: Kurzes Stoßlüften kostet weniger Wärme als ein dauerhaft gekipptes Fenster. Hängt die Heizung so, dass sie frei in den genutzten Bereich strahlt, kommt die Wärme dort an, wo Sie sich aufhalten. Details finden Sie im Ratgeber zu Abstand und Platzierung.
Stromverbrauch selbst berechnen
Leistung in Kilowatt mal Laufzeit in Stunden ergibt den Verbrauch in Kilowattstunden. Weil der Thermostat die Heizung in Intervallen schaltet, zählt die tatsächliche Laufzeit. Sie ist kürzer als die Zeit, in der Sie den Raum nutzen.
| Leistung | Laufzeit pro Tag | Verbrauch pro Tag | Kosten bei 38 Cent je kWh |
|---|---|---|---|
| 300 W | 4 Stunden | 1,2 kWh | 0,46 € |
| 600 W | 4 Stunden | 2,4 kWh | 0,91 € |
| 900 W | 4 Stunden | 3,6 kWh | 1,37 € |
Die 38 Cent je Kilowattstunde und die vier Stunden Laufzeit sind Rechenwerte. Setzen Sie Ihren eigenen Tarif ein und beobachten Sie, wie lange Ihre Heizung an einem kalten Tag tatsächlich läuft. Eine ausführliche Anleitung mit weiteren Beispielen bietet unser Ratgeber zum Stromverbrauch einer Infrarotheizung.
Infrarotheizung und Photovoltaik
Eigener Solarstrom senkt die Stromkosten der Heizung. Im Winter, wenn am meisten geheizt wird, liefert eine Photovoltaikanlage allerdings am wenigsten. Planen Sie deshalb nicht damit, die Heizung überwiegend mit eigenem Solarstrom zu betreiben.
In der Übergangszeit passt beides gut zusammen. An sonnigen Tagen im Frühjahr und Herbst deckt die Anlage einen Teil des Heizstroms, und die Zentralheizung kann länger ausgeschaltet bleiben.
Und die CO2-Bilanz?
Zur Energieeffizienz von Infrarotheizungen gehört auch die Frage nach den Emissionen. Am Heizgerät selbst entstehen keine Abgase. Die Emissionen entstehen bei der Stromerzeugung und hängen von Ihrem Stromtarif und vom Strommix ab. Eine pauschale Aussage zur CO2-Einsparung gegenüber anderen Heizungen wäre deshalb nicht seriös.
Wer die Klimawirkung seiner Heizung senken möchte, hat zwei Stellschrauben: einen geringeren Wärmebedarf durch Dämmung und Regelung sowie Strom aus erneuerbaren Quellen.
Opranic P5, P6 Hybrid und P7 im Überblick
Alle drei Modelle sind elektrische Direktheizungen mit dem oben beschriebenen Wirkungsgrad. Sie unterscheiden sich bei Oberfläche, Leistung und Regelung.
| Modell | Regelung | Passt, wenn |
|---|---|---|
| Opranic P5 Metall | Externer Raumthermostat erforderlich | Sie eine schlichte Heizung für Wand oder Decke suchen. |
| Opranic P6 Hybrid | Integrierter Thermostat mit Drehregler | Sie einstecken und sofort heizen möchten. |
| Opranic P7 Glas | Externer Raumthermostat erforderlich | Die Heizung sichtbar im Wohnraum hängt und sich einfügen soll. |
Für die Energieeffizienz von Infrarotheizungen im Alltag ist die Regelung wichtiger als das Modell. Kombinieren Sie P5 und P7 mit einem Thermostat mit Wochenprogramm und Fenster-offen-Erkennung.
Häufige Fragen zur Energieeffizienz von Infrarotheizungen
Wie hoch ist der Wirkungsgrad einer Infrarotheizung?
Nahezu 100 Prozent. Aus einer Kilowattstunde Strom wird in der Regel eine Kilowattstunde Wärme. Das gilt für alle elektrischen Direktheizungen.
Ist eine Infrarotheizung effizienter als ein Heizlüfter?
Der Wirkungsgrad ist gleich. Der Unterschied liegt in der Wärmeabgabe: Eine Infrarotheizung erwärmt Flächen und Personen direkt und arbeitet lautlos, ein Heizlüfter bläst warme Luft in den Raum.
Verbraucht eine Infrarotheizung viel Strom?
Das hängt von Leistung, Laufzeit und Gebäude ab. Eine Heizung mit 600 Watt verbraucht in vier Stunden Laufzeit 2,4 Kilowattstunden. In einem gut gedämmten Raum mit Thermostat bleibt die Laufzeit kurz.
Infrarotheizung oder Wärmepumpe: Was ist effizienter?
Im Verbrauch die Wärmepumpe, weil sie aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme gewinnt. Die Infrarotheizung ist in Anschaffung und Einbau einfacher und eignet sich für einzelne Räume und geringen Wärmebedarf.
Lohnt sich eine Infrarotheizung als Hauptheizung?
In gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf kann sie das. In einem wenig gedämmten Haus ist sie als Zusatzheizung für einzelne Räume besser aufgehoben.
Wie verbessere ich die Energieeffizienz meiner Infrarotheizung?
Wählen Sie die passende Leistung für den Raum, regeln Sie mit einem Thermostat mit Wochenprogramm, platzieren Sie die Heizung frei strahlend und lüften Sie kurz und kräftig.
Die passende Infrarotheizung finden
Nennen Sie uns Raumgröße, Dämmstandard und Nutzung. Wir empfehlen Ihnen Leistung, Modell und Regelung, damit die Heizung zu Ihrem Raum passt.
Opranic-Infrarotheizungen vergleichen oder Beratung anfragen.
Quellen: ADAC (Wirkungsgrad, Vergleich mit der Wärmepumpe), Opranic Katalog (Richtwert zur Heizleistung), Verordnung (EU) 2024/1103. Rechenbeispiele mit angenommenen Werten. Geprüft im Oktober 2026.




