Infrarotheizung Stromverbrauch verständlich erklärt: Wie viel Strom braucht eine Infrarotheizung, und was kostet das im Alltag? Hier finden Sie die Formel zum Nachrechnen, konkrete Beispiele für 300 bis 900 Watt pro Stunde, Monat und Heizsaison und eine klare Antwort auf die Frage, ob Infrarotheizungen Stromfresser sind.
Vor der Heizsaison lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen. Alle Beispiele in diesem Beitrag beruhen auf dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis in Deutschland von 37 Cent pro Kilowattstunde. Mit Ihrem eigenen Tarif setzen Sie Ihren Preis in dieselbe Rechnung ein.
Wie hoch ist der Stromverbrauch einer Infrarotheizung?
Die Leistung in Watt verrät, wie viel Strom eine Infrarotheizung bei voller Leistung pro Stunde verbraucht. Eine Infrarotheizung mit 450 Watt benötigt in einer Stunde Volllast 0,45 Kilowattstunden (kWh). Bei 37 Cent pro kWh sind das rund 17 Cent pro Stunde.
Im Alltag läuft die Heizung jedoch selten ununterbrochen. Ein Raumthermostat schaltet sie ab, sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, und wieder ein, wenn der Raum abkühlt. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt deshalb vom Wärmeverlust des Raums, der gewählten Temperatur und der Nutzungsdauer ab. In einem gut gedämmten Raum arbeitet die Infrarotheizung nur einen Teil der Zeit mit voller Leistung.
So berechnen Sie die Stromkosten Ihrer Infrarotheizung
Für die Berechnung benötigen Sie drei Werte: die Leistung der Heizung in Kilowatt, die Zahl der Volllaststunden und Ihren Strompreis.
Leistung (kW) × Volllaststunden × Strompreis (€/kWh) = Stromkosten
Beispiel: 0,45 kW × 4 Stunden × 0,37 €/kWh = 0,67 € pro Tag
Volllaststunden sind die Stunden, in denen die Heizung rechnerisch mit voller Leistung läuft. Heizt eine 450-Watt-Infrarotheizung acht Stunden lang und ist dabei die Hälfte der Zeit eingeschaltet, ergibt das vier Volllaststunden. Genau diesen Wert verwenden wir in den folgenden Rechenbeispielen.
Infrarotheizung Kosten pro Stunde, Monat und Jahr: Rechenbeispiele für 300 bis 900 W
Die Tabelle zeigt die Kosten für die vier Leistungsstufen der Opranic P5. Die Kosten pro Stunde gelten für den Betrieb mit voller Leistung. Tag, Monat und Heizsaison beruhen auf vier Volllaststunden pro Tag.
| Leistung | Raumgröße (Richtwert) | Pro Stunde | Pro Tag | Pro Monat | Pro Heizsaison |
|---|---|---|---|---|---|
| 300 W | 3–4 m² | 0,11 € | 0,44 € (1,2 kWh) | 13 € (36 kWh) | 80 € (216 kWh) |
| 450 W | 4–6 m² | 0,17 € | 0,67 € (1,8 kWh) | 20 € (54 kWh) | 120 € (324 kWh) |
| 700 W | 7–9 m² | 0,26 € | 1,04 € (2,8 kWh) | 31 € (84 kWh) | 186 € (504 kWh) |
| 900 W | 9–12 m² | 0,33 € | 1,33 € (3,6 kWh) | 40 € (108 kWh) | 240 € (648 kWh) |
Annahmen: Strompreis 0,37 €/kWh, vier Volllaststunden pro Tag, 30 Tage pro Monat, Heizsaison von Oktober bis März mit 180 Tagen. Raumgrößen gelten für einen gedämmten Raum mit 2,4 m Deckenhöhe.
Stromverbrauch einer Infrarotheizung mit 450 Watt
Die 450-Watt-Variante eignet sich für kleine Räume wie Bad, Flur oder Homeoffice mit etwa 4–6 m². Bei voller Leistung verbraucht sie 0,45 kWh pro Stunde. Mit vier Volllaststunden am Tag kommen Sie auf 1,8 kWh pro Tag, rund 20 € im Monat und etwa 120 € in der gesamten Heizsaison.
Infrarotheizung Stromverbrauch pro Quadratmeter
Als Ausgangspunkt für die Auswahl gelten rund 100 Watt Heizleistung pro Quadratmeter in einem gedämmten Raum mit 2,4 m Deckenhöhe. Ältere Gebäude, große Glasflächen, mehrere Außenwände und höhere Decken erfordern mehr Leistung. In größeren Räumen verteilen mehrere passend platzierte Heizungen die Wärme gleichmäßiger als ein einzelnes großes Gerät.
Wie viel Strom eine Infrarotheizung als Hauptheizung im ganzen Haus verbraucht, bestimmt der Heizwärmebedarf des Gebäudes. Eine Infrarotheizung wandelt den Strom nahezu vollständig in Wärme um. Jede Kilowattstunde Wärme, die das Gebäude benötigt, entspricht deshalb ungefähr einer Kilowattstunde Strom.
Infrarotheizung Stromverbrauch pro Jahr nach Gebäudetyp
| Gebäude | Heizwärmebedarf (Richtwert) | Kosten pro m² und Jahr | 50 m² | 100 m² |
|---|---|---|---|---|
| Neubau, gut gedämmt | 30–50 kWh/m² | 11–19 € | 555–925 € | 1.110–1.850 € |
| Teilsanierter Bestand | ca. 100 kWh/m² | 37 € | 1.850 € | 3.700 € |
| Unsanierter Altbau | 150–250 kWh/m² | 56–93 € | 2.775–4.625 € | 5.550–9.250 € |
Jahreskosten bei 0,37 €/kWh. Den Heizwärmebedarf Ihres Gebäudes finden Sie im Energieausweis.
Im gut gedämmten Neubau kostet eine Infrarotheizung als Hauptheizung für 100 m² also etwa 1.110 bis 1.850 € im Jahr. Auf die sechs Monate der Heizsaison verteilt sind das rund 185 bis 310 € im Monat. Im unsanierten Altbau steigen die Kosten deutlich. Dort ist die Infrarotheizung als gezielte Heizung für einzelne Räume die wirtschaftlichere Wahl.
Sind Infrarotheizungen Stromfresser?
Eine Infrarotheizung wandelt ungefähr 99 % des eingesetzten Stroms in Wärme um. Dieser Wert beschreibt die Energieumwandlung. Wie viel Strom Sie tatsächlich verbrauchen, hängt davon ab, wo und wie Sie die Heizung einsetzen.
Eine Wärmepumpe erzeugt aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme, weil sie zusätzlich Umweltwärme nutzt. Wer ein ganzes, schlecht gedämmtes Haus ausschließlich mit Infrarot beheizt, zahlt daher mehr als mit einer Wärmepumpe. Ihre Stärken spielt die Infrarotheizung dort aus, wo gezielt und zeitweise Wärme gebraucht wird:
- im Homeoffice, das nur tagsüber beheizt wird
- im Badezimmer für schnelle Wärme am Morgen und am Abend
- im Gästezimmer, Hobbyraum oder Dachgeschoss, das nur gelegentlich genutzt wird
- in der Übergangszeit, bevor die Zentralheizung anläuft
- im gut gedämmten Neubau mit geringem Heizwärmebedarf
In diesen Räumen heizen Sie nur dann, wenn Sie den Raum nutzen. Die Zentralheizung kann auf niedrigerer Stufe laufen. Eine Infrarotheizung braucht weder Brennstoff noch Schornstein oder Wasserleitungen, sie wird an der Wand oder Decke montiert und an die Steckdose angeschlossen.
Hinzu kommt die Art der Wärme. Infrarotwärme erwärmt Personen und Oberflächen im Strahlungsbereich direkt. Ein Raum kann sich deshalb bereits bei etwas niedrigerer Lufttemperatur behaglich anfühlen. Jedes Grad weniger Raumtemperatur senkt den Stromverbrauch.

Infrarotheizung Stromverbrauch senken: fünf Tipps
1. Mit Thermostat und Zeitprogramm heizen
Das Raumthermostat hat den größten Einfluss auf Ihre Stromkosten. Wählen Sie ein Modell mit Wochenprogramm und Fenster-offen-Erkennung. So heizt die Infrarotheizung nur zu den Zeiten, in denen Sie den Raum nutzen, und schaltet beim Lüften ab. Nach Angaben des Umweltbundesamts lassen sich mit programmierbaren Thermostaten rund 10 % Energie einsparen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zur Steuerung und Automatisierung von Infrarotheizungen.
2. Die passende Leistung wählen
Eine zu kleine Heizung läuft fast ununterbrochen mit voller Leistung und erreicht die gewünschte Temperatur trotzdem nur langsam. Richten Sie sich nach dem Richtwert von rund 100 W pro Quadratmeter und rechnen Sie bei Altbau, großen Fenstern oder hohen Decken mit mehr Leistung.
3. Richtig platzieren
Richten Sie die Heizung auf den Bereich aus, in dem Sie sich aufhalten, zum Beispiel auf Schreibtisch oder Sofa. Vermeiden Sie die direkte Ausrichtung auf Fenster und halten Sie Möbel und Vorhänge vom Gerät fern. Hinweise dazu finden Sie in unseren Tipps zur Platzierung von Infrarotheizungen.
4. Raum für Raum heizen
Beheizen Sie nur die Räume, die Sie gerade nutzen, und halten Sie die Türen zu unbeheizten Räumen geschlossen. Darin liegt der größte Vorteil einzelner Infrarotheizungen gegenüber einer zentralen Heizung.
5. Stromtarif prüfen
Der Strompreis wirkt direkt auf jede Rechnung. Vergleichen Sie Ihren Tarif regelmäßig. Einige Versorger bieten Heizstromtarife an. Ob ein solcher Tarif für Infrarotheizungen gilt und ob dafür ein separater Zähler nötig ist, erfahren Sie bei Ihrem Versorger und Netzbetreiber. Mit einer Photovoltaikanlage nutzen Sie eigenen Strom, vor allem in der Übergangszeit mit mehr Sonnenstunden.

Opranic P5: Metall-Infrarotheizung für Wand und Decke
Die Opranic P5 ist eine schlanke Infrarotheizung mit strukturierter Stahlfront und Metallgehäuse für Wohnräume, Bad und Arbeitszimmer. Eine 2 cm starke Dämmung und ein Aluminiumreflektor auf der Rückseite lenken die Wärme nach vorn in den Raum. Die Heizelemente reichen bis nahe an die Ränder, sodass die Stahlfront die Wärme gleichmäßig über die gesamte Oberfläche abgibt.
Mit nur 2,5 cm Bautiefe lässt sich die P5 an der Wand oder an der Decke montieren, die Bodenfläche bleibt frei. Sie arbeitet ohne Gebläse und damit geräuschlos. Gesteuert wird sie über ein externes Raumthermostat, das separat erhältlich ist. Mit Wochenprogramm und Fenster-offen-Erkennung heizt sie genau dann, wenn Sie den Raum nutzen.
- Leistung
- 300, 450, 700 oder 900 W
- Raumgröße (Richtwert)
- 3–12 m²
- Bautiefe
- 2,5 cm
- Montage
- Wand oder Decke, optional Standfüße
- Schutzart
- IP44
- Temperaturregelung
- Externes Raumthermostat, separat erhältlich
- Zertifizierung
- TÜV SÜD, CE
- Garantie
- Fünf Jahre Garantie
Fazit: Infrarotheizung Stromverbrauch im Überblick
Den Stromverbrauch einer Infrarotheizung berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Leistung in Kilowatt mal Volllaststunden mal Strompreis. Bei 37 Cent pro kWh kostet eine Infrarotheizung mit 450 W rund 17 Cent pro Stunde Volllast. Mit vier Volllaststunden am Tag sind das etwa 20 € im Monat.
Eine Infrarotheizung ist kein Stromfresser, wenn sie gezielt eingesetzt wird: in einzelnen Räumen, mit Thermostat und Zeitprogramm und in passender Größe. Als alleinige Heizung lohnt sie sich vor allem im gut gedämmten Neubau.
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